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Die Weisheitszähne

Jeder Mensch besitzt vier Weisheitszähne, diese brechen oft im Erwachsenenalter durch und bereiten dann vielen Menschen Problemen. Zahnärzte raten deshalb oft zu einer Entfernung der Weisheitszähne mittels einer OP, doch nicht in jedem Fall ist die Entfernung nötig. In diesem Artikel stellen wir Ihnen alle wichtigen Informationen zu den Weisheitszähnen vor und erklären, ab wann eine OP sinnvoll ist.

Unser Gebiss und die Rolle der Weisheitszähne

Betrachten wir zunächst die Anordnung der Zähne im Mund. Zählt man von der Gebissmitte aus, ist der achte Zahn ein Weisheitszahn. Wir Menschen besitzen einen dieser besonderen Zähne pro Gebissquadranten, haben also insgesamt vier Weisheitszähne. Im Gegensatz zu den restlichen Zähnen, bilden sich die Weisheitszähne jedoch erst im späten jungend- oder im Erwachsenenalter.

weisheitszähneEtwa ab 14 Jahren lassen sich erste Mineralisierungen des Zahnkeims auf Röntgenbildern erkennen. In einzelnen Fällen kommt es auch zu keinem Durchbruch der vier Zähne.

Das späte Durchbrechen ist jedoch nicht die einzige Besonderheit der Weisheitszähne. Sie unterscheiden sich oft auch in ihrer Form vom klassischen Aussehen der anderen Zähne, manchmal haben sie mehrere Höcker oder Zahnwurzeln. Dies lässt damit erklären, dass die Weisheitszähne noch Überbleibsel der Evolution sind. So haben unsere Vorfahren noch 44 Zähne besessen, während wir in der Regel nur 32 Zähne im Gebiss haben.

Die Tatsache, dass die späten Zähne eigentlich ein Überbleibsel sind, erklärt auch, weshalb so viele Menschen Probleme mit den späten Zähnen haben. Es gibt oft nicht genügend Platz im Kiefer für die spät durchbrechenden Zähne. Durch den fehlenden Raum bereiten die Zähne dann Probleme und schmerzen. Wenn die Weisheitszähne jedoch vollständig Durchbrechen und sich regulär Ausbilden, gibt es seltener problematische Symptome.

Welche Komplikationen können Auftreten?

Oft bilden sich Entzündungen und Abszesse um die Problemzähne. Die Probleme treten meist durch die Deformierung der Weisheitszähne und die enge Stellung zu den benachbarten Zähnen auf. Es bilden sich kleinste Räume, die nicht richtig gereinigt werden können und Zahnstein und Karies sind hier die Folge. Ebenso bilden sich kapuzenförmige Zahnfleischtaschen, die zu Entzündungen führen können. Schlimmstenfalls kann eine solche Entzündung, bei Nichtbehandlung zu einer gefährlichen Infektion übergehen.

Eine weitere mögliche Komplikation bei den Weisheitszähnen ist, wenn nur ein Zahn durchbricht und ihm der Antagonist, also der gegenüberliegende Zahn fehlt kommt es regelmäßig zu Problemen. In diesem Fall treten die Zähne z.T. über die Kauebene hinaus und bereiten Schmerzen oder Probleme beim Essen. Es kann zu Zahnschäden, Bruxismus (nächtlichem Zähneknirschen) und Kiefergelenksbeschwerden kommen.

Hinweis: Ihr Zahnarzt wird Sie beraten, ob und wann hier die Entfernung der Weisheitszähne angebracht ist.

Die Entfernung der Weisheitszähne

Durch das hohe Potenzial einer Entartung der Weisheitszähne wird oft von Zahnärzten empfohlen, auch symptomfreie Weisheitszähne bereits zu ziehen. Neben dem vorsorglichen Entfernen werden allerdings auch oft verfrüht die Zähne als „retiniert“ bezeichnet. Dies bedeutet der Weisheitszahn wäre nicht ordnungsgemäß durchgebrochen, die Diagnose hierzu erfolgt über Röntgenbilder. Doch oft sind diese leider nicht eindeutig. Generell sind sich Experten mittlerweile uneinig, ob eine Entfernung der Weisheitszähne pauschal immer sinnvoll ist.

Sollte eine Entfernung der Weisheitszähne nötig sein, wird der betreffende Zahn bei der OP zunächst gelockert. Dies geschieht durch eine kontinuierliche Krafteinwirkung am Zahn, meist mittels eines Hebels oder einer Zange bewirkt. Langsam wird der Zahn in seinem Zahnfach gelockert, indem er hin- und herbewegt wird. Ziel der Prozedur ist es den Knochen am Zahn etwas zu dehnen und die Stelle zu erweitern, um den Zahn aus dem Zahnbett zu lösen.

Wenn der Zahn mittels einer Operation entfernt wird, nennt man dies Osteotomie und erfolgt im Regelfall mit einer örtlichen Betäubung, auf Wunsch des Patienten kann aber auch eine Vollnarkose durchgeführt werden.

Tipp: Eine Vollnarkose wird z.T. kostenmäßig nicht von allen Krankenkassen voll übernommen, wenn keine ärztliche Notwendigkeit besteht. Beraten Sie sich hierzu im Vorfeld mit Ihrem Zahnarzt.

Nach der gewählten Betäubungsart wird der Zahn durch das Wegklappen des Zahnfleisches, das zuvor zu diesem Zweck oft etwas aufgeschnitten wird freigelegt, sodass eine Öffnung für den Zahn entsteht. Danach wird der Zahn entfernt und die Wunde vernäht.

weisheitszähne wann rausDie Entfernung gehört zu den Routinebehandlungen, dennoch gibt es einige mögliche Komplikationen, die Sie kennen sollten. Zu den Komplikationen gehören:

  • Ödem und Hämatom nach der OP
  • Schwierigkeiten bei der Mundöffnung
  • Kieferklemme
  • Schluckbeschwerden
  • Wundinfektion des Kieferknochens
  • Nachblutung

Beraten Sie sich daher immer ausführlich mit Ihrem Zahnarzt, ob und welche Art der Weisheitszahnentfernung bei Ihnen angebracht ist.

Die Zeit nach der Operation

Um eine optimale Heilung zu gewährleisten, ist eine gründliche Nachsorge, sowohl vom Zahnarzt als auch vom Patienten sehr wichtig. Meist bekommt der Patient ein schmerzstillendes Medikament nach der OP mit nach Hause. Es sollte dann kein anderes Medikament gegen die Schmerzen genommen werden, da sich einige Wirkstoffe negativ auf die Heilung auswirken können.

Treten Komplikationen auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Einige Lebensmittel sollten während der Heilungsphase auch gemieden werden. Besonders Milchprodukte und rohes Fleisch darf zunächst nicht gegessen werden.


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