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Wann essen nach der Weisheitszahn OP?

Das Essen nach einer Weisheitszahn OP orientiert sich an zahnmedizinischen Ratschlägen

Ein Weisheitszahn besitzt die analoge Struktur und Funktionalität von Backenzähnen. Deshalb werden die Zähne als „dritte Backenzähne“ klassifiziert. Abgeschlossen ist die vollständige Entwicklung der Weisheitszähne nach dem Abschluss der finalen menschlichen Wachstumsphase. Im zahnmedizinischen Fachjargon werden die Zähne als „Achter“ bezeichnet, da sie in jedem Quadranten des Gebisses ergänzend zu den sieben regulären Zähnen angelegt sind. Demnach setzt sich das komplette menschliche Gebiss eines Erwachsenen aus 32 Zähnen zusammen.

Da die meisten Menschen einen zu kleinen Kiefer besitzen, um die „Nachzügler“ korrekt in die bereits bestehenden Zahnreihen einzugliedern, ist oftmals eine operative Weisheitszahnentfernung unumgänglich. Im Nachgang an den Eingriff bleiben Wunden an den genähten Stellen im Kiefer zurück, an denen die Zähne ursprünglich eingelagert waren. Diese reagieren sensibel auf Druck und Nahrung. Deshalb sollte das Essen nach einer Weisheitszahn OP bzw. die Nahrungsaufnahme bestimmten Regeln folgen, die die Zahnmediziner ausgeben. Um die Wundheilung zu beschleunigen und ein eventuelles Aufplatzen der Wunden zu verhindern, sind die Empfehlungen bezüglich dem Essen nach einer Weisheitszahn OP konsequent einzuhalten.

„Dritte Backenzähne“ sind Rudimente aus der Steinzeit

Weisheitszähne sind als Relikte aus der Steinzeit zu verstehen. Während dieses Intervalls nahmen die Menschen überwiegend unverarbeitete Nahrung zu sich. Deshalb benötigten sie ein leistungsstarkes Gebiss, das ursprüngliche Lebensmittel zuverlässig zerkauen konnte.

weisheitszähneDie Weisheitszähne maximierten somit maßgeblich die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gebisses. Bei „modernen Bevölkerungsgruppen“ haben sich aufgrund der geänderten Ernährungsgewohnheiten die Weisheitszähne im Rahmen der Evolution so weit zurückgebildet, dass der Mundraum bzw. Kiefer überwiegend keinen ausreichenden Platz für die „Achter“ bildet.

Fügen sich die Zähne nicht regulär in die vorhandenen Zahnreihen ein, verursacht dies Schmerzen und negative gesundheitliche Konsequenzen. Werden die Zähne teilweise oder komplett von dem Kiefer zurückgehalten, drücken die „Achter“ fortwährend auf die benachbarten Backenzähne, den Kieferknochen sowie auf das Umgebungsgewebe. Dies löst starke Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen bei den Patienten aus.

Aktive Mitarbeit des Patienten fördert den Heilungsprozess

Mediziner führen den Eingriff vorwiegend mit Hilfe einer örtlichen Betäubung aus, oder auch unter Vollnarkose. Oft empfehlen die Spezialisten die OP in zwei Sitzungen zu untergliedern. Entsprechend entfernen die Ärzte zunächst die Weisheitszähne im oberen und unteren Bereich einer Kieferseite. Im Zuge der zweiten Sitzung werden dann die „dritten Backenzähne“ im anderen Quadranten des Kiefers gezogen.

weisheitszahn ziehenDurch dieses Vorgehen entstehen bei dem Patienten 2 Wunden pro Eingriff, die sich auf derselben Seite befinden. Somit schränken die Schwellungen im Kiefer, die im Anschluss an die OP auftreten, nicht massiv die Lebensqualität der Behandelten ein. Dennoch sind Patienten dazu angewiesen, das Essen nach einer Weisheitszahn OP bzw. das Trinken bewusst zu gestalten.

Nach Möglichkeit sollte der Patient drei Tage im Anschluss an den Eingriff keine heißen Flüssigkeiten aufnehmen. In den ersten 24 Stunden, die sich unmittelbar an den Eingriff anschließen, ist zwingend auf Alkohol, Nikotin, Koffein und heiße Getränke zu verzichten. Insbesondere Rauchen behindert den Heilungsprozess der Wunden.

Das Essen nach einer Weisheitszahn OP sollte in den ersten drei Tagen nach dem Eingriff auch keine krümeligen Speisen beinhalten. Krümelige Lebensmittel fördern nachhaltig die Entzündungsgefahr. Deshalb sollte das Essen nach einer Weisheitszahn OP beispielweise keine Nüsse oder Müsli enthalten.

In den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff, muss auch auf körperliche Anstrengungen verzichtet werden. Tritt eine Nachblutung auf, sollten Betroffene ein Stofftaschentuch zusammenrollen, dieses auf der Wunde platzieren und für 30 Minuten fest auf das Tuch beißen.

Die Zahnpflege ist wie gewohnt auszuführen. Die Wunden sollten allerdings hierbei zu Anfang ausgespart werden. Sind die Schmerzen in den ersten Tagen zu stark, um die Zahnpflege vorzunehmen, sollte der Mundraum mit Wasser ausgespült werden. Auch Mundspüllösungen, die die Zahnbürste kurzzeitig ersetzen sind gut geeignet.

Wann gibt es das erste Essen nach einer Weisheitszahn OP?

Prinzipiell ist solange auf das Essen nach einer Weisheitszahn OP zu verzichten, wie die Betäubung nachwirkt. Sind Lippen und Zahnfleisch noch betäubt, erhöht dies das Risiko für Verletzungen. Mediziner erlauben Patienten aber meist die Nahrungsaufnahme direkt danach, bereits ein paar Stunden nach dem Eingriff.

Tipp: Frisch Operierte sollten vorsichtig mit dem Konsum weicher Speisen beginnen und sich an festere Nahrung nur vorsichtig herantasten.

Empfehlungen für Essen nach einer Weisheitszahn OP

essen nach weisheitszahn opDas Essen nach einer Weisheitszahn OP sollte die Heilung der Wunde fördern. Deshalb ist darauf zu achten, nicht zu viel zu Kauen. Daher minimieren weiche Speisen, die keine starken Kaubewegungen erfordern, das Risiko für Nachblutungen.

Ideal als Essen nach einer Weisheitszahn OP sind etwa Suppen, milchfreies Kartoffelpüree, Brei, Rührei, weiche Nudeln, Fisch und Brühe.

Demgegenüber sind krümelige Lebensmittel als Essen nach einer Weisheitszahn OP nicht empfehlenswert. Die Partikel der Produkte können mutmaßlich in die Wunde gelangen und dort Entzündungen forcieren. Das Essen nach einer Weisheitszahn OP darf deshalb weder aus Früchten mit Samen, Chips, Müsli, Nüssen, Brotkrusten noch aus Zwieback bestehen.

Zusätzlich sollte das Essen nach einer Weisheitszahn OP keine Milchprodukte enthalten. Die Lebensmittel sind mit Milchsäurebakterien durchsetzt, die vermeintlich in die Wunde eindringen und Infektionen begünstigen könnten. Außerdem muss das Essen nach einer Weisheitszahn OP auf die jeweiligen Medikamente abgestimmt sein. Milchprodukte hemmen z.B. die Wirkung zahlreicher Antibiotika.

Das Essen nach der OP darf auch nicht intensiv gewürzt werden. Auf Zitrusfrüchte ist ebenfalls wegen der hohen Fruchtsäurekonzentration zu verzichten.


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