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Weisheitszähne entfernen

Die Weisheitszähne – ein Relikt aus der menschlichen Uhrzeit oder haben die für viele Menschen lästigen Zähne doch noch eine wichtige Funktion? Experten streiten über den Sinn und Zweck der Weisheitszähne in der heutigen Zeit: Die einen argumentieren, die Weisheitszähne seien lediglich eine Art Ersatzzahnpaar, das heute von keinerlei Bedeutung mehr ist und in der zweiten Lebenshälfte der damaligen Menschen im hinteren Kieferbereich durchbrach, um auch im fortgeschrittenen Alter die Nahrungsaufnahme zu sichern.

Andere vertreten hingegen die Meinung, dass die besagten Zahnpaare auch heute in ihrer Funktion nicht unterschätzt werden sollten. Ginge es nach ihnen, sollten Patienten nur dann die Weisheitszähne entfernen lassen, wenn es medizinisch ratsam ist. Eine wesentliche Frage, die für Patienten wichtig ist: Auf welche Anzeichen sollten Patienten achten und wieso kann eine Entfernung ggf. risikobehaftet sein?

Weisheitszähne – unterschätzte Bedeutung für den modernen Menschen?

weisheitszahn oben ziehenDie Zahnmedizin hat sich in der letzten Zeit deutlich verändert. Die Weiterentwicklungen und neuen Erkenntnisse führen dazu, dass immer mehr Menschen ihre Zähne bis ins hohe Alter erhalten können.

Doch deshalb den Rückschluss zu ziehen, die Weisheitszähne hätten keinerlei Bedeutung mehr, geht einigen zahnmedizinischen Experten der heutigen Zeit ein Stück zu weit.

Ein Beleg für diese Annahme gibt es aus medizinischer Sicht nicht. Dennoch sollten Patienten darüber nachdenken und ggf. überprüfen lassen, ob es wirklich notwendig ist, die Weisheitszähne entfernen zu lassen. Da es sich bei der Entfernung der Weisheitszähne um einen operativen Eingriff handelt, ist dieser immer zugleich auch mit potentiellen Risiken verbunden, die kein Patient gleichgültig riskieren sollte.

Weisheitszähne entfernen lassen: Ein in der Regel komplikationsloser Eingriff

Wer sich die Weisheitszähne entfernen lässt, der kommt um ein aufklärerisches Gespräch mit dem Zahnarzt bzw. dem Operateur nicht herum:

weisheitszahn opVor jedem medizinischen Eingriff sind die Ärzte verpflichtet, den Patienten über potentielle Risiken, die mit der Operation verbunden sein können, aufzuklären. Alle Patienten, die sich die Weisheitszähne entfernen lassen müssen, werden im ärztlichen Beratungsgespräch im Vorfeld der Operation über Einzelheiten informiert. Das ist auch sehr sinnvoll, obgleich es sich bei einer Weisheitszahn Operation um einen einfachen und meist unkompliziert verlaufenden Eingriff handelt.

Der Eingriff geschieht unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung. Bei einigen Zahnärzten wird zusätzlich der Wirkstoff Midazolam verabreicht. Das Medikament wirkt beruhigend und die Mediziner können die Ängste der Patienten so herabsetzen. Bei Kindern wird Midazolam in der Regel nicht eingesetzt und eine Durchführung des Eingriffs eher unter Vollnarkose durchgeführt.

Für den Fall, dass sich die Patienten mehrere Weisheitszähne entfernen lassen müssen, wird der Eingriff in der Regel in mehreren Teilschritten durchgeführt. Der Zahnarzt beschränkt sich dann pro Eingriff oft auf jeweils eine Kieferseite, oder nur die unteren bzw. nur die oberen Weisheitszähne. So ist es den Patienten möglich, nach dem Eingriff Speisen zumindest einseitig zu kauen.

Weisheitszähne entfernen lassen: Mit welchen Risiken ist zu rechnen?

Natürlich ist jede Narkose und jeder Eingriff in den menschlichen Körper mit einem potentiellen Risiko verbunden. Die häufigste Komplikation, die im Rahmen einer Weisheitszahn Operation vorkommt, ist ein Problem im Rahmen des Wundheilungsprozesses. Für die Weisheitszahnpatienten gilt im Nachgang der Operation daher:

  • auf Gewürze verzichten
  • ausgewählte Teesorten zur Förderung der Wundheilung trinken
  • möglichst auf der nicht operierten Kieferseite kauen
  • nicht rauchen
  • auf Alkohol verzichten
  • Schmerzen in der ersten Woche nach dem Eingriff gelten als relativ normal und sind meist harmlos.

Wichtig: Bei starken Blutungen und anderen Auffälligkeiten unbedingt den Zahnarzt aufsuchen und die Wunde nachversorgen bzw. kontrollieren lassen.

Weitere schwerwiegendere Komplikationen können dann auftauchen, wenn die Zahnwurzeln der Weisheitszähne Nervenkanäle des Patienten berühren. Wer sich die Weisheitszähne entfernen lässt, der riskiert, dass mit der Entfernung der Zahnwurzeln auch Nervenbahnen in Mitleidenschaft gezogen werden. Schlimmstenfalls können Lähmungen und Taubheitsgefühle auftreten.

Die Risiken einer derartigen Komplikation können durch eine radiologische Diagnostik im Vorfeld minimiert werden.

Weisheitszähne entfernen lassen – wann ist der Eingriff unumgänglich?

weisheitszähne entfernenNicht immer ist ein Eingriff notwendig, um sich die Weisheitszähne entfernen zu lassen. Experten raten oft dazu, sich eine Zweitmeinung einzuholen und nach Möglichkeit auf eine Entfernung der Zähne zu verzichten, sofern noch keine Beschwerden vorliegen bzw. auftreten.

Die Weisheitszähne entfernen zu lassen ist allerdings dann unweigerlich notwendig, wenn sich durch einen Durchbruch der Zähne Zahnfleischtaschen bilden, in denen sich Nahrungsreste sammeln, die schließlich zur Entzündung oder Karies führen und andere Zähne in Mitleidenschaft ziehen.

Bei Kindern ist der Kiefer auch häufig zu klein. Ggf. kann es dann indiziert sein, schon frühzeitig im Kindesalter die Weisheitszähne entfernen zu lassen. Auch bei Schmerzen im Kieferbereich sollte der Zahnarzt und Kieferorthopäde konsultiert werden, der beraten kann, inwiefern es notwendig bzw. medizinisch ratsam ist, die Weisheitszähne entfernen zu lassen.


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