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Weisheitszahn entzündet sich

Die einen Menschen haben sie ein Leben lang, ohne das sie Probleme bereiten. Andere Menschen müssen bereits in der Kindheit schmerzhafte Erfahrungen mit ihnen machen. Die Rede ist natürlich von den Weisheitszähnen. Besonders dann, wenn sich ein Weisheitszahn entzündet, beginnt der Ärger. Was viele gar nicht wissen: Einige Menschen haben gar keine Weisheitszähne. Bei ihnen fehlt diese Anlage.

Wer nicht gerade Zahnmedizin studiert und sich mit den Weisheitszähnen auseinandersetzt, der tut dies in der Regel nur unter den oft unangenehmen Umständen der Entfernung der Weisheitszähne. Nicht nur in den kindlichen und jungen Erwachsenenjahren kann es passieren, dass sich ein Weisheitszahn entzündet. Doch woran liegt dies und was kann man tun, um einer Entzündung vorzubeugen, oder den akuten Schmerz zu lindern?

Weisheitszähne – ein evolutionäres Relikt

weisheitszahn entzündetDie Weisheitszähne sind jeweils ein Zahnpaar im Ober- und Unterkiefer, die in der Regel erst im fortlaufenden Alter eines Menschen durchbrechen. Damit sind sie ein evolutionäres Relikt aus der Vergangenheit:

In den Zeiten früher menschlicher Entwicklung war an das, was wir heute unter moderner Zahnmedizin verstehen, nicht im geringsten zu denken. Viele Menschen verloren ihre Zähne mit der Zeit oder starben sogar verfrüht aufgrund von Folgeerkrankungen und Blutvergiftungen, die unmittelbar auf Erkrankungen am Kiefer- und Zahnapparat zurückzuführen waren.

Menschen, die früh ihre Zähne verloren, hatten im Alter kaum noch Möglichkeiten, Nahrung zu sich zu nehmen bzw. diese zu zerkleinern. Die Natur hatte aber vorgesorgt: Die Weisheitszähne fungieren gewissermaßen als zusätzliche Notfallzähne im Alter und ersetzten bzw. komplementierten die im hinteren Bereich des Kiefers für die Zerkleinerung von Nahrung unersetzlichen Mahlzähne.

Die evolutionsbiologischen Änderungen der anatomischen Begebenheiten des menschlichen Kiefers führen dazu, dass der Kiefer des Menschen immer schmaler wird und öfter bereits heute zu schmal bzw. zu klein ist, als dass er für die Weisheitszähne ausreichend Platz bietet. So müssen sich nicht selten bereits kleine Kinder einem Eingriff unterziehen lassen, in dem die Weisheitszähne vorsorglich entfernt werden. Bei einem Durchbruch in späteren Lebensjahren würden sie bereits bestehende Zähne verdrängen und das ästhetische Zahnbild unwiderruflich zerstören. Doch nicht nur ein Verdrängen bereits bestehender Zahnreihen ist denkbar: Was wirklich schmerzt ist, wenn sich ein Weisheitszahn entzündet.

Weisheitszahn entzündet sich: Was wirklich schmerzt, wenn sich der Weisheitszahn entzündet ist nicht der Zahn

Wer in späteren Lebensjahren mit den Weisheitszähnen zu kämpfen hat, der hat in der Regel nicht – wie viele junge Menschen – einen zu kleinen Kiefer und läuft auch nicht der Gefahr, dass sich Zähne durch den Durchbruch der Weisheitszähne verschieben.

weisheitszahn schmerzenVielmehr besteht das Problemen bei jungen Erwachsenen und Menschen fortgeschrittenen Alters darin, dass die Weisheitszähne nur zum Teil in den Mundraum durchbrechen. Der unvollständige Durchbruch der Zähne führt zur Bildung von Zahnfleischtaschen, sodass man das Gefühl hat: Der Weisheitszahn entzündet sich. Wenn sich ein Weisheitszahn entzündet, ist dies oft aber gar nicht der Weisheitszahn selbst der schmerzt, sondern die Zahnfleischtasche, die einen Herd für Bakterien darstellt.

Dass sich ein Weisheitszahn entzündet, ist manchmal kaum zu verhindern: Die kritischen Stellen mit einer herkömmlichen Zahnbürste zu erreichen ist nicht möglich. Essensreste und Bakterien sammeln sich dort, wo keine Zahnseide und kein Mundwasser hin finden.

Hat sich ein Weisheitszahn entzündet bzw. eine Zahnfleischtasche gebildet, bedarf es einer aufwändigen regelmäßigen Reinigung und Spülung der Zahnfleischtasche, die selbst durchzuführen nur schwerlich möglich ist. Erfolgt keine Desinfizierung der entzündeten Stelle, ist die Bildung von Karies am Zahn selbst die Folge, die unbehandelt bis zu einer vollständigen Zerstörung der Zahnsubstanz führen kann.

Aufgrund der hygienischen Probleme bei Zahnfleischtaschen an den Weisheitszähnen empfehlen viele Zahnmediziner – und das gilt insbesondere bei Kindern – eine provisorische Entfernung der Weisheitszähne, damit sich kein Weisheitszahn entzündet. In einigen Fällen ist auch eine teilweise Entfernung der Zahnfleischtaschen möglich.

Hinweis: Patienten sollten sich individuell von einem Zahnarzt oder Kieferorthopäden beraten lassen, wenn sie das Gefühl haben, dass sich ein Weisheitszahn entzündet hat.

Weisheitszahn entzündet sich: Auf diese Symptome gilt es zu achten

Wenn sich ein Weisheitszahn entzündet bzw. sich eine Zahnfleischtasche gebildet hat, bemerken Patienten dies in der Regel sofort: Der Bereich um den Zahn schmerzt und Rötungen sind erkennbar. Berührungen steigern den Schmerz. Auch das Kauen ist auf der betroffenen Kieferseite in der Regel mit großen Schmerzen verbunden.

Patienten klagen über ein Pochen und „Tuckern“ im Kiefer. Das Öffnen und Schließen des Mundes ist bei vielen Betroffenen mit Schmerzen verbunden. Um der Entzündung einer Zahnfleischtasche vorzubeugen, sollten Patienten unmittelbar nach jedem Essen die Zahnzwischenräume reinigen. Zusätzlich ist die Spülung mit einer antibakteriellen Mundwasserlösung zu empfehlen.

Wichtig: Bei regelmäßiger Reinigung klingen einige Entzündungen von selbst ab. Wenn Patienten aber auch nach 2 bis 3 Tagen keine Besserung vernehmen, sollten sie beim Zahnarzt vorstellig werden.


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